Am 17. Februar 2025 begann unsere Reise in das Fürstentum Liechtenstein. Wir stiegen um 23 Uhr in den Nachtzug und kamen am nächsten Tag um 8 Uhr in Buchs an. Dort wartete auch schon unsere Gastmutter auf uns und wir fuhren gemeinsam nach Balzers, wo wir während der zweiwöchigen Lernmobilität bei unserer Gastfamilie gewohnt haben.
Nach einer kurzen Erholungspause ging es für uns direkt in die Formatio Privatschule, die wir für die nächsten zwei Wochen besuchen durften. Die Lehrpersonen waren von Anfang an immer sehr freundlich und hilfsbereit, unsere offenen Fragen wurden immer direkt beantwortet. Unsere Mitschüler behandelten uns respektvoll und waren ebenfalls sehr freundlich. Sobald man die Klasse betrat, fiel direkt die geringe Schüleranzahl auf. Die Klassen bestehen nämlich aus nur 8–15 Personen. Eine Umstellung für uns war der spätere Unterrichtsbeginn, da der Unterricht in dieser Schule erst um 8:30 Uhr beginnt, dafür am Nachmittag entsprechend länger dauert.
Die Schulstunden werden sehr modern gehalten, da alle Schüler mit Laptops und der Großteil der Lehrpersonen mit PowerPoint-Präsentationen oder weiteren digitalen Programmen arbeiten. Für Schul- und Hausübungen wird das Programm "Google Classroom" verwendet.
Die Formatio Privatschule legt einen großen Wert darauf, dass alle Schülerinnen und Schüler mit verschiedensten Regelungen zufrieden sind, aus diesem Grund gibt es ein Schülerparlament. Hierbei findet jeden Monat eine Sitzung statt. Beeindruckend ist für uns die unterschiedliche Notenvergebung, da die beste Note in Liechtenstein 6 und die schlechteste 1 ist. Außerdem wird die Note bei Tests auf eine Kommastelle gerundet (z. B. 5,2). Im Geschichtsunterricht haben wir erfahren, dass das Wählen in Liechtenstein erst ab 18 Jahren möglich ist. Hier kann man eine Partei wählen, jedoch liegt die endgültige Entscheidung von neuen Regelungen beim Fürsten von Liechtenstein.
Uns sind auch die schwarzen Autokennzeichen mit der Aufschrift "FL", das für "Fürstentum Liechtenstein" steht, besonders aufgefallen. Da wir die Schweizer Grenze nach kurzer Zeit zu Fuß erreichen konnten, waren wir überrascht von der geringen Entfernung.
Es standen auch einige spannende Programmpunkte und Ausflüge am Plan. An einem Tag gingen wir mit unserer Schule rodeln. Dafür durften wir uns von unserer Gastfamilie zwei Schlitten ausborgen. Am Wochenende machten wir mit unserer Gastfamilie einen Ausflug nach Feldkirch, Vorarlberg. Dort besichtigen wir die Stadt und gingen danach zur Schattenburg Mittagessen. Zu Hause angekommen, machten wir am späten Nachmittag mit unserer Gastschwester Lea einen Spaziergang auf die Burg Gutenberg. Am nächsten Tag fuhren wir alle zusammen in die Hauptstadt Vaduz. Dort gingen wir ins Landesmuseum. Am letzten Donnerstag ging es für uns in die Schweiz nach Bad Ragaz, dort waren wir Abendessen und fuhren im Anschluss durch das Heididorf in Maienfeld.
Die Erasmus+-Lernmobilität in Liechtenstein hat uns sehr gut gefallen und war gleichzeitig sehr lehrreich.
Lisa-Marie Hohl und Helena Rainer, II. JG